Selosse, Anselme | Domaine Jacques Selosse  (Champagne)

Jacques Selosse haben wir treffen können, weil wir eine Empfehlung von dem britischen Weinjournalisten Stevenson nutzen konnten. Sonst hätten wir kaum eine Chance gehabt, in den auserwählten Kreis der Abnehmer von Selosse Champagner zu kommen. Jedes Jahr bekommen wir im Januar unsere Zuteilung, die wir sofort akzeptieren, denn wir könnten leicht die doppelte Menge verkaufen. Auch hier verfolgen wir unsere Philosophie: Unsere langjährigen Selosse-Kunden werden zunächst bedient. Und dann bleibt leider meistens nichts mehr übrig!


Mehr... Weniger...

Selosse gilt als eigenwillig. Er arbeitet aus Überzeugung biodynamisch und wendet traditionelle Techniken an, ohne aber Traditionalist zu sein. Er fände es scheußlich, sagt er, wenn sein Wein jedes Jahr gleich schmecke. Seine Erzeugermethoden lassen sich nicht mit Massenproduktion vereinbaren. Selosse‘ Ruf als Champagnerproduzent ist sehr gut. Die Folge von Ruhm, Eigenwilligkeit und kleiner Produktion sind allerdings strenge, mitunter brüskierende Sitten: Anfang des Jahres bekommen wir eine Aufstellung, wieviele Flaschen der Champagner wir kaufen können. Und wenn man in den Hof kommt, findet man eine Preisliste und daneben den Hinweis, dass er nichts mehr zu verkaufen habe. Andererseits haben wir schon das eine oder andere Mal nett telefoniert – und dann gab es doch mehr als zugesagt. Wie auch immer: Der Champagner ist große Klasse und wir möchten nicht darauf verzichten.

 

Terroir:

Anselme Selosse hat fast ausschließlich Chardonnay in Grand-Cru-Lagen von Avize, Cramant und Oger. Dazu kommt ein kleines Fleckchen Pinot noir in Aÿ. "Mein Wein ist der Saft des Landes, auf dem er wächst", sagt Anselme Selosse. Im Gegensatz zu so vielen Winzern der Champagne bringt er keinen Kunstdünger und keine Pestizide auf seine Felder. Stattdessen gräbt er alle zwei Jahre Kompost unter und versucht durch bestimmte Pflanztechniken die Abwehrkräfte der Reben zu stärken. Erntebeginn ist, wenn Selosse die Trauben optimal reif erscheinen. Daher erntet er oft später als seine Nachbarn: Ein Risiko in dieser Gegend, wo der Herbst auch mal regnerisch und kalt sein kann. Selosse‘ Rebstöcke sind um die 50 Jahre alt. Er hält sie kurz, um die Traubenmenge zu reduzieren. Der Boden an der Côte de Blancs, wo der Chardonnay wächst, ist aus der hier typischen Kreide mit einer Schicht aus Sand und Ton darüber.

 

Vinifikation:

"Um einen großen Champagner zu machen, braucht man einen großen Wein!" ist die Devise von Anselme Selosse. Also legt er viel Sorgfalt in die Vinifikation. Nach dem Pressen kommt der Most in Barriques (10% davon neu). Regelmäßig wird die Bâtonnage durchgeführt um die Gärung zu fördern. Zwischen Mai und Juli verschneidet Selosse verschiedene Jahrgänge der Weine. Diese altern je ein Jahr im Barrique, Foudre oder Inoxfass. Aus drei nacheinander folgenden Jahrgängen besteht die Cuvée "Brut-Initial". Bei der Assemblage versucht Selosse, den jeweiligen Charakter zu betonen, so dass der Champagner nicht, wie bei vielen Winzern üblich, von Jahr zu Jahr gleich schmeckt. Nach zweieinhalb Jahren Reife in der Flasche (dabei werden die Hefen regelmäßig aufgeschüttelt) wird der Champagner degorgiert und bekommt eine Dosage von etwa 7g Traubenzucker. Der "Version Original" dagegen reift mindestens 4 Jahre in der Flasche und erhält keine Dosage. Die Färbung des Rosé stammt von 10% Pinot Noir-Trauben, die Selosse dem Chardonnay zusetzt. Die Jahrgangschampagner "Millésime" haben wir nicht immer. Selosse stellt sie nur her, wenn die Traubenqualität es zulässt. Sie stammen von ca. 60 Jahre alten Reben und altern in neuen Barrique. Selosse gibt sie frei, wenn er sie für reif befindet. Einige liegen so tatsächlich 10 Jahre lang im Keller!

 

Besonderes:

Seine Qualitätsbesessenheit und sein ungewöhnlich hoher Arbeitseinsatz haben Selosse den inoffiziellen Titel "le fou d’Avize" ("der Irre aus Avize") eingebracht. Fachleute haben Selosse‘ Engagement schon früh gewürdigt: Bereits 1994 kürte ihn der Gault & Millaut zum besten französischen Winzer.

 

Aktuelle Reisenotiz: "Selosse - Der Künstler"

Dieses Mal kein Rendevous möglich

 

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