Perdrix, Dominique Guillermin | Château-St.Louis-la-Perdrix  (Costières de Nîmes)

Château-St-Louis-la-Perdrix ist ein traditionelles Weingut der Côstière de Nimes mit dem Rebhuhn - Perdrix - als Wappentier. Wir haben es Anfang der 1980er Jahre kennengelernt, als der vorherige Besitzer, Philippe Lamour noch lebte. Er war ein erstaunlicher Mann - Jurist, Journalist, Regionalpolitiker, der viel getan hat für die Entwicklung der Region.Schon zu seinen Lebzeiten wurde ein Kanal nach ihm benannt. Noch mit über neunzig Jahren war er geistig topp-fit und sehr eloquent. Zuletzt hatte seine beeindruckende Frau das Gut geführt. Dann aber klappte es mit der Nachfolgeregelung nicht und die Bank hat den Betrieb übernommen. Einige Jahre waren wir daraufhin nicht da und bestellten nur unser Quantum. 2001 sind wir jedoch wieder hingefahren und trafen den sympathischen Önologen M. Barraud. Der 40jährige hat einige neue, interessante Weine kreiert. Auf Barraud folgte Dominique Guillermin, der vorher Kellermester auf dem Gut war. Jetzt ist das Weingut wieder verkauft. Die neuen Besitzer haben zwar das PRogramm etwas umgestellt, aber die Basis Weine bieten nach wie vor ein unschlagbares Preis – Qualitätsverhältnis.


Mehr... Weniger...

Das Weingut wird nach den Regeln des "Luttes Raisonnée" bewirtschaftet, d. h. Dass durch zahlreiche Maßnahmen der Einsatz von Insektiziden und Herbiziden stark reduziert wird. So werden Schädlingsfallen aufgestellt, die Schwere eines Befalls genau registriert, um so nur die nötigsten Gegenmaßnahmen einleiten zu müssen. Insbesondere gibt es immer wieder Inseln eines Bewuchses mit Hecken und vielen verschiedenen Pflanzen, um so die Monokultur des Weinbaus zu relativieren und natürliche Feinde der Schädlinge heranzuziehen. Seit zwei Jahren arbeitet auf dem Gut ein junger Önologe, der seine Ausbildung im Elsass gemacht hat. Seidem sind die Weißweine deutlich schöner und eleganter geworden.

 

Terroir:

Der Boden von St-Louis-la-Perdrix ist ähnlich wie der in Châteauneuf-du-Pape: Beeindruckend dicke, runde Kieselsteine liegen auf und in einem Lehmboden. Sie sind im Laufe der Jahrtausende aus den Alpen hierher getragen worden. Die Steine und die Hitze lassen Unkraut hier nur schwer gedeihen, ein regelmäßiges Pflügen ist also alles, was auf der Domaine nötig ist. Das Klima ist geprägt durch die Nähe zum Mehr, die "Weinberge" liegen nur wenig höher als der Meeresspiegel. Es wachsen die üblichen Sorten der Region: Syrah, Grenache, Carignan, Cabernet Sauvignon, Cinsault für die roten und Grenache blanc und Roussanne für die weißen Weine. Aus dem Rhônetal bläst der kalte und trockene Mistral wie aus einer Düse auf die Region. Doch wirklich kalt wird es hier nicht, der Wind drückt nur den feuchten Marin, der vom Mittelmeer herkommt, zurück. Im Sommer gibt es lange Trockenperioden. Regen fällt unberechenbar und selten, meist in Frühjahr und Herbst. Im Winter ist das Klima mild – etwas abgehärtet kann man ja auch im Januar im Mittelmeer baden

 

Vinifikation:

Der Keller auf St-Louis-la-Perdrix ist eher traditionell mit erstaunlich viel Platz – das mag daran liegen, dass ein Teil der Weine auch lose verkauft wird. Spannend ist die neue Kreation "Mas St Louis", ein im Barrique ausgebauter "Vin de Pays du Gard" aus Carignan und Cabernet Sauvignon. Sehr gewonnen hat auch die "Cuvée Marianne". Guillermin erntet Syrah und Grenache mittelreif und vinifiziert traditionell. Der Wein reift in Barriques. Der "Chateau St Louis la Perdrix" überzeugt in seiner Einfachheit. Der Rouge besteht aus Carignan, Grenache und Syrah, der Rosé aus Syrah, Grenache und Cinsault, der weiße aus Roussanne und Grenache Blanc.

 

Besonderes:

Château St. Louis-la-Perdrix füllt die generischen Weine auch in BIB's, Weinschläuche, ab. Damit sind diese Weine unschlagbar günstig, kauft man sie im 10 l – Pack und rechnet auf die Flasche von 0,75 l um, kommt man auf Preise, die weit unter den Preisen von Aldi und Lidl liegen und deutlich mehr Qualität liefern. Man kann die BIB's ungeöffnet etwa ein Jahr lagern und wenn sie geöffnet sind guten Gewissen bei kühler Lagerung etwa einen Monat genießen. Ideal für Feste mit vielen Gästen.

 

Aktuelle Reisenotiz: "Neue Besitzer bei La perdrix"

Mit der höflichen Verspätung von 15
Minuten kamen wir auf Château St.
Louis-la-Perdrix an und begannen
gleich mit der Probe.
Seit September 2015 gehört das Weingut
nicht mehr der Crédit Agricole, es
wurde an die Gesellschaft Joseph Castan
verkauft, die Besitzer mehrerer
Weingüter im Süden Frankreichs ist
und von Vianney Castan und Emilie
Jamis geleitet wird. Dominique Guillermin
ist nicht mehr Direktor, er hat
allerdings einige der Weine, die wir
jetzt anbieten, noch verantwortlich vinifiziert.
Das Angebot ist übersichtlicher geworden,
L'Envol (entspricht der Linie Château
es gibt nur noch die zwei Linien
St. Louis-la-Perdrix) und La Dernière
Croisade (ersetzt die Mas St. Louis und
die Cuvée Marianne). Obwohl die
Önologen gewechselt haben, sind die
Weine doch ihren Vorgängern ähnlich,
das Terroir setzt sich eben durch. Also
kein Problem weiter die preiswerten
schönen Weine dieser Domaine zu
kaufen und zu genießen.
Der weiße Château St. Louis-la-Perdrix
L'Envol ist ein guter Vertreter des Jahrgangs
2015 und gefiel uns besonders
gut. Gleiches gilt für den Rosé, der eine
Goldmedaille bekam. Der rote ist ja
noch von Guillermin vinifiziert und
von der üblichen Qualität. Ch. St. Louis
Derniere Croisade weiß 2015 mit 30 %
Roussanne und 70 % Grenache Blanc,
ausgebaut im Barrique, überzeugte uns
sofort.
Wir werden uns einige Weine der Gesellschaft
schicken lassen, um zu sehen,
ob sie unsere Erwartungen erfüllen.

 

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