Large, Gyslaine und Jean-Louis | Clos des Vieux Maronniers  (Beaujolais)

Die Domaine "Clos des Vieux Marronniers" liegt in dem hübschen kleinen Dorf Charnay am südlichen Zipfel des Beaujolais. Die Häuser sind aus tiefgelbem Kalkstein, der hier gebrochen wird. Die engen Gassen und das alte Schloss laden zum Urlaub machen ein. Jean Thévenet hatte uns Ghislaine und Jean - Louis Large empfohlen, als wir neue Winzer im Beaujolais suchten. Monsieur Large führt die Domaine seit 1983, 1992 kam seine Frau dazu. Den Einsatz des Ehepaares sieht man der Domaine: die beiden führen den Betrieb mit einem für die Region unüblichen Aufwand. Das Ergebnis sind sehr schöne, aromatische, ausgewogene Weine. Ungewöhnlich ist ihr weißer Beaujolais!
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Beide sind Gesellschafter und haben unterschiedliche Arbeitsbereiche – aber wenn man verheiratet ist, so Madame Large, gibt es manchmal trotzdem Komplikationen. Die beiden sind sehr unterschiedlich: Ghyslaine Large ist klein und quirlig, Jean-Louis ruhig und bedächtig. Sie kümmert sich eher um die Kundenkontakte, er um die Vinifikation. Ghyslaine Large ist sehr engagiert und nimmt an einer Arbeitsgruppe der Beaujolaiswinzer zur Qualitätskontrolle teil.

 

Terroir:

Die Domaine "Clos des Vieux Marronniers" umfasst 11 Hektar verteilt auf 20 verschiedene Parzellen. Der größte Teil der Weinberge liegt tatsächlich in dem von Mauern umgebenen Clos. Die ockerfarbenen Kalksteine dominieren auch hier den Boden, auf ihnen wächst der Gamay. Wegen dieser Steine haben die Winzer dieser Gegend das Bas-Beaujolais auch in "Les Pierres Dorées" ("Goldene Steine") umgetauft. An einigen Stellen allerdings gibt es ein Kalk-Lehm Gemisch. Hier haben die Larges Chardonnay. Die Reben sind durchschnittlich 40 Jahre alt, die ältesten stammen von 1917. Das Winzer-Ehepaar hat sich einer Gruppe angeschlossen, die die Nutzung von Herbiziden und Insektiziden minimiert. Im Sommer stellen die Larges Hormonfallen auf. Anhand der gefangenen Insekten können sie so den besten Zeitpunkt zum eventuellen Pestizid-Einsatz feststellen.

 

Vinifikation:

Die Weine werden in einer Cuverie direkt neben dem Clos vinifiziert. Ein schöner alter Keller in einem alten Haus, mit großen Fässern darin. Das Ehepaar produziert sowohl roten als auch den seltenen weißen Beaujolais, der aus Chardonnay gekeltert wird. Den roten füllen die Larges zu drei Zeitpunkten ab: eine kleine Menge im November als Beaujoulais Nouveau, im Januar/Februar dann die "deuxieme mise" und im Mai oder Juni die dritte, in der man die Cuvée der alten Reben wieder findet. Bei den Trauben der jungen Reben führt Jean-Louis Large die Maceration Carbonique durch. Die älteren Weien vinifiziert er traditionell. Bei der Mazeration verfährt er speziell: es steht nur wenig Flüssigkeit über den Beeren und mazeriert ungefähr sechs bis sieben Tage. Nur die "Troisième mise" von den alten Reben mazeriert deutlich länger. Die "Troisième Mise" ist durchaus lagerfähig und muss nicht so schnell getrunken werden wie die üblichen Beaujolais.

 

Aktuelle Reisenotiz: "Topp Beaujolais!"

Seit zwei Jahren bekommen wir von den Larges nur
noch den aktuellen Jahrgang, der 2014er ist jetzt
praktisch ausverkauft. Dieses Mal sind wir aber gar
nicht böse, denn die Probe zeigt, dass auch hier der
Jahrgang 2015 einfach Spitze ist: Den Beaujolais
Blanc, ein reiner Chardonnay, hätten wir bei einer
Blindverkostung glatt im Burgund verordnet. Da
wäre er dann gut und gerne 50 % teurer, aber nicht besser.
Schöne reife Frucht und auch deutliche florale Noten und
eine beachtliche Länge zeichnen diesen Wein aus.
Und auch der rote Beaujolais 2015, Ende Januar abgefüllt,
also kein Beaujolais Nouveau, gefällt uns sehr gut: Saft von
reifer Kirsche, sehr konzentriert, Kakao, sehr weiche Tannine,
reicherWein, Kakao im Abgang.
Und dann verbringen wir einen angenehmen Abend bei
Ghyslaine und Jean-Louis mit einem schönen Abendessen -
und mit ihrem Klavier spielenden Hund!

 

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