Champs, Laurent | Vilmart & Cie  (Champagne)

"Champagne Vilmart" gibt es bereits seit 1872. Gründer Désiré Vilmart legte damals in Rilly in der Region Montagne de Reims erste Weinberge an. Heute führt sein Ururenkel Laurent Champs das Haus. Laurent hat den Keller erweitern lassen und lässt die Top-Cuvées in neuen Eichenfässern reifen. Die Ergebnisse brachten ihm Lob internationaler Weinjournalisten ein.
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Laurents Eltern waren es übrigens gewesen die unter den ersten in der Champagne die Weine in Eiche gären und altern ließen. Auch begannen sie, den Betrieb biologisch zu führen, eine Linie, die Laurent Champs fortsetzt. Er besitzt heute gut 11 Hektar besten Premier Cru. Sein Weingut ist eines der typischen kleineren, in dem noch alles selbst gemacht wird – vom Anbau bis zum Vertrieb. Hauptabsatzgebiet ist der französische Markt.

 

Terroir:

Der Wein wächst auf dem für diese Gegend typischen Kreideboden, der hier in Montagne de Reims mit Braunkohle und Tonschichten durchzogen ist. Dadurch ist der Boden relativ reich an Mineralien. Die Kreide wirkt sich möglicherweise günstig auf das Klima im Weinberg aus: Der weiße Boden reflektiert das Sonnenlicht, so dass die Reben wärmer und heller stehen. Die Champagne ist nämlich das kühlste der französischen Weinbaugebiete. Das maritime Klima mildert zwar zu drastische Temperatureinbrüche, aber trotzdem kann es im Winter schon mal Temperaturen unter –10°C geben. Späte Fröste gefährden die Blüte. Im Sommer ist die angenehme Durchschnittstemperatur 25°C. Meist bleibt es so bis zum Herbst, aber der kann eben auch nass und kalt sein – und dann gerät die Lese in Gefahr.

 

Vinifikation:

Nach dem Pressen gibt Laurent Champs den Saft für 24 Stunden in kleine 30hl Fässer, damit sich die Schwebstoffe setzen. Anschließend wandert der künftige Champagner für 8-10 Tage in Eiche: der "Grande Reserve" und "Grand Cellier" in die großen Foudres, andere in Barriques. Die Champagner erhalten so viel mehr Finesse und Weinigkeit. Das unterscheidet Vilmart von den meisten Produzenten, die hier auf dem Markt sind - abgesehen natürlich von den oberen Preiskategorien. Von Oktober bis Juli reifen die Weine in Eiche; währenddessen wird der Wein noch einmal abgezogen. Im Januar dann verschneidet Champs erstmals, der zweite Verschnitt folgt im Mai. Abgefüllt wird der Wein Ende Juni – zusammen mit einer kleinen Menge Hefe. Dann reifen die Flaschen jahrelang im tiefen Kreidekeller: 2 Jahre der "Grande Reserve", 3 Jahre "Grand Cellier" und "Cuvée Rubis", 5 Jahre der "Grand Cellier D’Or" und schließlich 6 Jahre die "Coeur de Cuvée" und die "Cuvée Creation". Nach dem Degorgieren gibt Champs die übliche Dosage in die Flasche – bei Vilmart sind das 8-12g/l. Dann ruht der Champagner noch einmal bis zu 6 Monate. Unser Favorit ist die "Coeur de Cuvée". Ein Champagner von alten Reben, in den nur der Most aus der mittleren Pressphase kommt - das Herz. Er wird in Barriques ausgebaut, davon sind 20 % neu. Für uns neben den Champagnern von Selosse das Champagnererlebnis.

 

Besonderes:

Die Champs bauen ihre Weine organisch, es werden keine Chemikalien eingesetzt. "Dadurch, dass wir die Natur achten, entwickeln sich außergewöhnliche Aromen in unseren Weinen," ist die einhellige Aussage der Familie. Auf den Feldern wachsen 60% Chardonnay, 37% Pinot Noir und 3% Pinot Meunier. Durchschnittsalter der Reben ist 35 Jahre, doch auch ein Teil über 50jähriger ist darunter. Aus ihnen entsteht die "Coeur de Cuvée".

 

Aktuelle Reisenotiz: "Champagne à la fin"

Vilmart und Selosse Unsere letzte Probe der Reise haben wir bei Vilmart in Rilly-les-Montagnes,
einem unserer beiden Champagnerhäuser. Wie immer probieren wir mit
Patricia alle Champagner des Hauses Vilmart von Laurant Champs. Typisch
für große Champagner ist eine sehr feine Perlung, die auch nicht zu stark
sein sollte, weil so die Kohlensäure im Champagner gelöst bleibt und erst im
Mund entweicht, der Champagner „explodiert“ im Mund und mit ihm die
Aromastoffe.
Unser Favorit ist der Grand Cellier mit 80 % Chardonnay und 20 % Pinot
Noir, auch die jetzige Assemblage ist sehr gelungen. Natürlich sind die Jahrgangschampagner
Grand Cellier d'Or und Coeur du Cuvée größer – aber
verständlicherweise auch deutlich teurer. Sehr gut gefiel uns dieses Mal der
Grand Cellier Rubis 2010 aus 60 % Pinot Noir und 40 % Chardonnay, versuchen
Sie ihn!
Bei Vilmart wurden gerade Champagner "degorgiert", das ist der Prozess, in
dem die Hefe aus der Flasche entfernt wird und die sogenannte Dosage
nachgefüllt wird. Dabei werden die Flaschen, die nach dem Abfüllen des
Weines nach der Zugabe einer Hefe-Wein-Traubenzucker-Lösung mit einem
Kronenkorken verschlossen werden, zunächst über zwei Wochen gerüttelt,bis die Hefe direkt über dem Kronenkorken liegt. Dann werden die Flaschen,
Kronenkorken nach unten, in eine Kälteflüssigkeit getaucht, so dass die Hefe
einfriert und nach dem Drehen der Flasche und Öffnen des Kronenkorkens
herausfliegt. Dann wird mit der Dosage aufgefüllt. Früher war die Dosage
wie ein Gewürz, man verwendete Liköre, um dem Champagner Aromen
hinzuzufügen. Gute Champagner brauchen das nicht, hier wird einfach
Wein nachgefüllt.
Sowohl das Rütteln der Flaschen vor dem Degorgieren als auch das Degorgieren
selbst war früher aufwendige Handarbeit, heute machen das Maschinen
sehr präzise.
Die Zeit, die zwischen der Abfüllung und dem Degorgieren vergeht, hat Einfluss
auf die Qualität des Champagners oder des Crémants. Die Mindestreifezeit
beträgt inzwischen 9 Monate, besser sind aber zwei bis drei Jahre.
Beim Coeur de Cuvée sind es gar acht Jahre und das ist gut so.
Seit 1993 kaufen wir unsere Champagner bei Vilmart und Selosse, wir folgten
einer Empfehlung des britischen Weinkritikers Tom Stevenson. Wir sind
ihm noch immer dankbar dafür.
Jetzt hätten wir kaum eine Chance, Champagner von Selosse direkt zu kaufen.
Wir bekommen jedes Jahr im Januar unsere Zuteilung, die wir sofort
annehmen.
Ein paar Tipps zum Servieren von Champagner: Servieren Sie ihn nicht
eisgekühlt, die großen Champagner von Vilmart und Selosse kann man gut
mit 10 °C genießen, Und nehmen Sie ein Glas, wie Patricia es zeigt, dann
haben Sie in der Nase einen Vorgeschmack auf das Erlebnis im Mund!

 

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